Ayurvedische Küche

Frau liegend  mit Zutaten-Schalen

Gesunde, typgerechte Ernährung spielt im Ayurveda eine wesentliche Rolle, um ein ganzheitliches Wohlbefifi nden zu erreichen. Agni symbolisiert die gesunde Verdauungskraft, die jedoch von Ama (dem Unverdauten) geschwächt werden kann. Schadstoffe wie Pestizide, Schwermetalle oder Umweltgifte rufen Ama hervor, aber auch zu große Nahrungsmengen, unregelmäßiges Essverhalten oder die falsche Zusammensetzung der Speisen.

Typgerechte Ernährung ist die beste Medizin.

VATA-TYPEN sollten warme, nahrhafte und erdende Speisen bevorzugen. Eine heiße Suppe oder ein dampfender Auflauf beruhigt die quirlige Vata-Natur. Ausgleichend wirken vor allem Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln sowie süßes, saures und salziges Essen. Für die Lust auf Süßes eignen sich süße Früchte, z.B. als Dessert mit Sahne und Zimt, besser als Schokolade. Scharfe, bittere, kalte und fettarme Speisen wirken Vata-steigernd und sollten ebenso vermieden werden wie blähende Lebensmittel, beispielsweise Hülsenfrüchte, Lauch, Kohl, Zwiebeln oder Rohkost.

PITTA-TYPEN haben kräftigen Appetit und mögen es ihrer Natur entsprechend scharf und herzhaft. Um ihr feuriges Temperament aber nicht unnötig zu schüren, sollten sie beim Essen auf zu heiße oder stark gewürzte, saure, salzige sowie scharfe Mahlzeiten verzichten. Ausgleichend wirken hingegen warme und kalte, bittere, süße und herbe Speisen. Wegen des großen Appetits gilt bei Pitta-Typen: in Ruhe und ausreichend essen. Hülsenfrüchte sowie Getreide, Milch und Gemüse sorgen für die Sättigung. Die Mahlzeiten sollten unbedingt in ruhiger, entspannter Atmosphäre genossen werden.

KAPHA-TYPEN sollten gemäß ihrer Statur auf eine kräftigende und stärkende Ernährung achten. Da die Verdauung und der Stoffwechsel je doch eher träge arbeiten, sollten sie bei einem Übermaß an Kapha auf eine ge mäßigte Aufnahme von Fett und Kohlenhydraten Wert legen. Frisches Obst und Gemüse, Bitterstoffe sowie kräftig gewürztes aber salzarmes Essen mildern das gemütliche Kapha und wirken belebend. Besonders ausgleichend wirken Blattsalate, Spinat, Kohl, Chicorée oder Wirsing. Grundsätzlich sind warme und fl üssigkeitsarme Speisen zu empfehlen.

Es zählt nicht nur, was wir essen, sondern auch wie.

Frau sitzend beim Essen
  1. Nehmen Sie nur drei Mahlzeiten pro Tag zu sich. Verzichten Sie auf Kleinigkeiten zwischendurch. Die Hauptmahlzeit sollte mittags gegessen werden.
  2. Essen Sie regelmäßig, im Sitzen und lassen Sie sich von Zeitschriften, Radio oder Fernsehen nicht unnötig ablenken. Genießen Sie Ihre Speisen stets in aller Ruhe.
  3. Trinken Sie zu jedem Essen warme Getränke, wie Kräuter-Tee oder pures Wasser. Das regt die Verdauung an. Eisgekühltes schwächt dagegen das Agni.
  4. Bevorzugen Sie frisch zubereitete Speisen, am besten mit Zutaten aus Ihrer Region. Diese sind frischer als Nahrungsmittel, die eine lange Reise hinter sich haben.
  5. Essen Sie möglichst nicht nach Sonnenuntergang. Die Speisen werden am Abend nicht gut verdaut und Ihr Schlaf wird in seiner Erholsamkeit beeinträchtigt.

Unser Tipp: Dal aus bunten Linsen

Zutaten: 200g gemischte Linsen, z.B. rote, grüne und schwarze Linsen; 50 g getr. Mungobohnen; 1 große Aubergine; 3 Tomaten; 2 Eßl. Ghee; 2 Tl. brauner Rohrzucker; 1 cm frische Ingwerwurzel; 1 Tl. schwarze Senfkörner; 1 Tl. Kreuzkümmel; 1/2 Tl. gem. Curcuma; 1 l heißes Wasser; Koriander frisch oder

Zubereitung: die Aubergine in feine Streifen schneiden, Tomaten würfeln, den Ingwer pressen, Ghee erhitzen, Kreuzkümmel und Senfkörner zugeben und den Topf sofort verschließen. Wenn der Senf hörbar springt, den Topf vom Herd nehmen und einige Minuten warten, den Ingwer und braunen Zucker in das heiße Fett geben und kurz anbraten, die anderen Gewürze, Linsen, Bohnen und Gemüse hinzufügen. Mit heißem Wasser auffüllen und ca. 90 min. garköcheln lassen. Das Korianderkraut grob hacken und zum Dal geben, mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Guten Appetit!

Nur wenn unser Körper rein ist, kann es auch die Seele sein.

Unser Körper reinigt sich auf natürliche Weise von selbst. Doch wir können ihn beim Abbau der Schlackestoffe unterstützen. Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Ayurveda-Methode ist der tägliche Genuss von geklärter Butter, auch Ghee genannt. Ghee gilt im Ayurveda als Lebenselixier. Es unterstützt die Aufnahme von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, fördert die Verdauung und wirkt entgiftend.

Topf und SchaleGhee lässt sich ganz einfach herstellen: Bringen Sie 500g frische, ungesalzene Qualitätsbutter auf kleinster Flamme zum Köcheln. Nach einiger Zeit bildet sich weißer Schaum an der Oberfl äche, den sie abschöpfen. Achten Sie darauf, dass Ihr Ghee nicht anbrennt, das heißt sich nicht bräunlich färbt. Bei angegebener Menge sollten die Köchelgeräusche nach ca. 30–45 Minuten aufhören und die Flüssigkeit golden und klar sein. Es bilden sich keine Bläschen mehr und Sie können den Topf vom Herd nehmen. Danach durch ein Baumwolltuch in einen sauberen Tontopf füllen, fertig ist Ihr Ghee. Lagern Sie es bitte kühl und gut verschlossen, aber nicht im Kühlschrank. Genauso reinigend wirkt das Entschlacken mit heißem Wasser. Bringen Sie jeden Morgen eine 0,75l Flasche Mineralwasser, wie Lichtenauer Mineralwasser Pur, für etwa 10 Minuten zum Kochen. Das heiße Wasser dann in eine Thermoskanne füllen und etwa halbstündlich über den Tag verteilt in kleinen Schlucken trinken. Diese Reinigungskur fördert die Durchblutung, unterstützt die Darmtätigkeit, beugt Ermüdung und Nervosität vor, lindert Gelenk-, Rückenund Nackenschmerzen und verbessert den Geschmackssinn.

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Dr. med. ERNST SCHROTT ist Arzt für Naturheilverfahren und Homöopathie in Regensburg und einer der renommiertesten Ayurveda- Spezialisten Deutschlands. Als Autor führt er Sie in die Kunst des „ganzheitlichen“ Wohlbefifindens ein und gibt praktische Tipps, wie Sie Ayurveda mit einfachen Mitteln in Ihren Alltag integrieren können. Diese Bücher erhalten Sie im Buchhandel oder bei www.Amazon.de.

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